Ein Flugerlebnis bei iPILOT


Einmal Pilot sein…

Hamburg (er)leben! wurde am Dienstag zu einem 2 stündigen Flugerlebnis zu iPILOT eingeladen. Wir hatten das Privileg, einen Airbus A320 fliegen zu dürfen. Natürlich nicht in der realen Welt – im Simulator… Und dieser hat es echt in sich. Nach Starts und Landungen in Hamburg, Hong Kong, Toulouse und St. Martin, haben wir uns schon ein wenig wie richtige Piloten gefühlt. Schließlich ist alles wie im wahren Flugalltag. Nur das man eben am Boden bleibt und nicht wirklich abhebt…

Was wir erlebt und gelernt haben und wie genau unsere Flugstunden abliefen, möchte ich euch beschreiben:

iPILOT

 

Kennenlernen der Instrumente und Einweisung 

Bevor es für uns losging, wurden wir von unserem freundlichen Flug-Instructor (selbst Pilot) begrüßt und erst mal mit Getränken versorgt. Nach kurzem Gespräch über unsere Flugerfahrung im Cockpit (bei mir und meinem Co-Piloten Stefan gleich Null) und einer Erklärung zum Ablauf ging es auch schon los. Wir wurden direkt auf die Pilotensitze gesetzt und die Einweisung begann.

 

Wofür sind all die Knöpfe, Schalter und Hebel?

Das Overhead Panel (zum Großteil Sicherungen & Kontrollleuchten)

Das Overhead Panel (zum Großteil Sicherungen & Kontrollleuchten)

Die Bedeutung aller Knöpfe und Hebel konnte ich mir natürlich nicht merken. Und tatsächlich braucht man bei einfachen Flugmanövern auch nur die wenigsten. Zumal vieles auch doppelt vorhanden ist, da beide Pilotenplätze gleich ausgestattet sind. Nur die Mittelkonsole gibt es in einfacher Ausstattung. Die wichtigsten und am häufigsten benutzten Schalter habe ich mir jedenfalls merken können:

Center Pedestel (unter anderem die Schubregler, Hebel für die Flaps & das MCDU)

Center Pedestel (unter anderem die Schubregler, Hebel für die Flaps & das MCDU)

Zum Steuern am Boden gibt es eine Art kleines Lenkrad, womit man das vorderste Rad der Maschine eindrehen kann. Das geht aber nur bei geringer Geschwindigkeit. Bei höherer Geschwindigkeit (bei Starts und Landungen) nutzt man die Fußpedale. Rechts unten für rechts, links unten für links. Klar soweit. Um in der Luft zu lenken, gibt es den Control-Joystick. Auch hier wieder: Rechts für eine Neigung nach rechts, links für eine linke Neigung. Nach vorne und hinten, um die Nase des Fliegers entsprechend zu bewegen und die Höhe zu ändern. Um zu beschleunigen gibt es den wohl jedem bekannten Schubregler. Für die Beschleunigung einfach die Regler nach vorne schieben. Für weniger Schub entsprechend umgekehrt. Um nach der Landung zu bremsen, gibt es am Schubregler einen Rückschub. Zusätzlich kann mit den Fußpedalen gebremst und gleichzeitig die Spur korrigiert werden. Zum Bremsen und zur Spurkorrektur werden dann die oberen Fußpedale nach Bedarf gedrückt. Soweit zur allgemeinen Steuerung.

Die komplette Steuereinheit (Fußpedale, ControlJoystick & Lenkrad für das vorderste Rad)

Die komplette Steuereinheit (Fußpedale, ControlJoystick & Lenkrad für das vorderste Rad)

Zur Flugunterstützung gibt es da zunächst natürlich den Autopiloten. Mit ihm lässt sich die gewünschte Geschwindigkeit und Kurs einstellen. Die Geschwindigkeitseinstellung haben wir bei unseren Flügen genutzt, die Kurseinstellung natürlich nicht. Wir wollten ja selbst fliegen :-) Um seine Wunschgeschwindigkeit einzustellen, dreht man einfach an einem Rädchen. Digital wird einem diese dann angezeigt. Dann lässt sich im Navigation Display (ND) noch der Kurs für sein gewünschtes Ziel einstellen, um dieses direkt anfliegen zu können. Das macht man mit dem MCDU (Multipurpose Control & Display Unit). Das MCDU ist praktisch das Nervenzentrum des Fliegers, da man hiermit so ziemlich alle Aktionen des Flugzeugs kontrollieren kann. Anhand des PFD (Primary Flight Display) kann der künstliche Horizont eingesehen und die Höhe sowie die Geschwindigkeit abgelesen werden. Und dann gibt es da noch den Hebel für die Flaps (hintere Flügelklappen), mit dem man die Flügel praktisch verbreitern kann, um bei Start- und Landegeschwindigkeit nicht einfach vom Himmel zu fallen. Und um alles etwas zu vereinfachen gibt es das ILS (Instrumentenlandesystem). Damit wird der Anflug auf einen Flughafen deutlich vereinfacht, da man über die verschiedenen Instrumente (ND und PFD) angezeigt bekommt , was man wann zu tun hat und wie man anfliegen soll.

Klingt jetzt vielleicht recht viel, ist es aber im Endeffekt gar nicht. Mit diesen paar Dingen, haben wir es mit ein wenig Unterstützung vom hinter uns stehenden Flug-Instructor geschafft, immer heil zu starten und zu landen. Die übrigen Schalter sind für Licht, Audio und andere Sachen im Flugzeug, die wir nicht brauchten. Im oberen Panel über den eigenen Köpfen sind die Schalter für die sämtliche Sicherungen. Bereits nach dem ersten Start, hatten wir weitestgehend alles drauf.

 

Der erste Start und Rundflug über Hamburg

Hamburger Startbahn

Hamburger Startbahn

Ich hatte zunächst das Kommando und war für die Steuerung zuständig. Es war natürlich klar, dass wir von Hamburg aus starten und gleich zum Rundflug ansetzen. Der erste Start war komisch, aber doch sehr witzig. Der Copilot schiebt den Schubregler nach ganz vorne, man selbst hält die Maschine in der Spur und bei etwa 220 km/h zieht man den Control-Joystick nach oben, bis 15 Grad Steigung erreicht sind. Bei ca. 2000 m über den Boden hatten wir unsere gewünschte Flughöhe erreicht. Wir wollten ja schließlich was von Hamburg sehen. Wir sind also über Barmbek hinweg gestartet, über die Alster geflogen und haben Richtung Süderelbe navigiert. An der Köhlbrandbrücke vorbei, ging es dann über Stellingen und der HSV-Arena auch schon zur Landung auf den Hamburger Flughafen. Die iPILOT Hamburgerste Landung war gut, wenn auch mit viel Hilfe vom Flug-Instructor. Nachdem ich den Start, den Rundflug und die Landung gemeistert hatte, haben mein Copilot und ich die Aufgaben gewechselt. Diese sind zwischen Pilot und Copilot klar verteilt. Einer hat die Verantwortung über die Steuerung, das heißt Lenkung am Boden und in der Luft. Der andere geht die Checkliste durch, hält die Instrumente im Auge und stellt diese nach Anweisung des ausführenden Piloten ein: Geschwindigkeit, Autopilot (falls gewünscht), Einstellung der Flaps und Zielkurs für das Navigation Display. Der ranghöhere Pilot hat dabei immer die Oberaufsicht und kann jederzeit eingreifen. Mit dem Kommando „You/I have control“ kann die Verantwortung für die Steuerung getauscht werden. Alle Aufgaben wechseln, wobei die Piloten durch die doppelte Instrumenten-Anzahl natürlich nicht die Plätze tauschen müssen. Eben ganz wie im echten Cockpit.

 

Zeit für einen der schwierigsten Flughäfen der Welt

Nachdem auch Stefan den Start, einen kleinen Rundflug und die Landung in Hamburg in bester Pilotenmanier gemeistert hatte, hatten wir Blut geleckt. Wir wollten eine größere Herausforderung. Nach Erzählungen unseres Flug-Instructors über einen der am schwersten zu fliegenden Flughäfen der Welt, hatten wir ein neues Ziel. Hong Kong. Im Simulator wurde der neuere Flughafen Chek Lap Kok als Startflughafen eingestellt, von wo aus wir den älteren (seit 1998 geschlossenen) Flughafen Kai Tak ansteuerten.

Nach dem Start geht es direkt in eine Rechtskurve und auf einen Hügel zu, den es zu überfliegen gilt. Danach steuert man im Landeanflug die Stadt Hong Kong an, muss vorher aber noch einen kleinen Hügel umfliegen. Hat man auch das geschafft, fliegt man über der Stadt eine Rechtskurve, bei der man weiter die Höhe reduzieren muss. Mitten in der Stadt liegt dann die Landebahn, die man Treffen sollte, ohne Gebäude zu streifen. Wir haben es geschafft, aber nach dieser Landung hatten wir wirklich schwitzige Hände. Aber natürlich waren wir mächtig Stolz :-)

 

Ab in die Karibik nach St. Martin

Wir tauschten erneut die Aufgaben. Stefan startete dieses Mal von Hong Kong aus. Nach dem wir die Flughöhe erreicht hatten, wollten wir natürlich wieder ein spannendes Ziel. Nach kurzer Überlegung hatten wir uns auf den in der Karibik liegenden Flughafen Princess Juliana International Airport von St. Martin geeinigt. Dieser Flughafen hat gleich mehrere Besonderheiten. Zum einen liegt die Start- und Landebahn nur wenige Meter entfernt von einem Strand, sodass man teilweise nur 10 bis 20 m über die Badegäste hinwegfliegt. Zum anderen ist die Start- und Landebahn sehr kurz, was den vollen Schub bereits im Stand erforderlich macht. Der Start wird zudem durch ein hügeliges Terrain erschwert, was einen raschen Höhengewinn notwendig macht. Also perfekte Bedingungen für zwei Fluganfänger 😉

 

Fazit:

Wir waren schon etwas erstaunt, dass man die Handgriffe eines Piloten doch recht schnell drauf bekommt. So wild ist das im Endeffekt alles nicht. Die Instrumente erschlagen einen auf den ersten Blick, doch der Flug-Instructor hat dafür gesorgt, dass wir schnell einen Überblick bekommen. Positiv dabei ist, dass man sich tatsächlich nur mit den wichtigsten Instrumenten und Schaltern auseinandersetzt. So haben wir für die Einweisung bloß 10-12 Minuten gebraucht und konnten so recht schnell zum eigentlichen Fliegen kommen. Wir hätten sicher auch noch mehr über das Cockpit und die Einstellungsmöglichkeiten erfahren können, wenn wir gewollt hätten. Der Instructor wusste bestens Bescheid und hat sich wunderbar an unsere Wünsche angepasst. Was man letztendlich machen möchte, bleibt einem selbst überlassen. Und auch das ist super. Wir hätten auch einen realen Flug nach München machen oder mit der Maschine quer über den Flugplatz bis zum Terminal fahren können. Aber das wollten wir nicht. Wir wollten lieber starten und landen und das konnten wir auch machen.

Zugegeben, so ein Vergnügen ist mit etwas mehr als 200,00€ für 90 Minuten nicht ganz günstig. Das Erlebnis wird man so schnell aber sicher nicht vergessen. Und als Geschenk, ist ein Simulations-Flug eine super Idee. Es ist eben wirklich etwas Besonderes, womit man eigentlich nichts falsch machen kann.

Alles in allem war es ein Riesenspaß mal für ein paar Stunden Pilot zu spielen. Da sind sich Stefan und ich einig. Auch darüber, dass jeder einen Simulationsflug bestehen kann und dabei mit Sicherheit Freude haben wird. Angst braucht man schließlich nicht haben. Man lernt eine Menge und erfährt viel spannende Dinge über die Fliegerei und ihre technischen Aspekte. Beim gehen haben wir noch gesehen, dass es neben dem A320-Simulator auch noch einen Helikopter-Simulator gibt. Das wird definitiv auch irgendwann mal getestet…

Und jetzt seid ihr dran…

André von Hamburg (er)leben!

 

Der Hamburger Standort

Der Hamburger Standort

iPILOT
Langenhorner Chaussee 139
22415 Hamburg
zur Website

Telefon: 089-41 41 41 040
Email: Buchungen@flyipilot.com
Öffnungszeiten: Montag – Sonntag nach Vereinbarung

 

 

 

PS: Hier sind noch ein paar Bilder von den Instrumenten und der Anlage

Engine Displays (unter anderem: Triebwerk-Anzeige und digitale Check-Liste)

Engine Displays mit Triebwerk-Anzeige und digitaler Check-Liste. Außerdem: künstlicher Horizont, automatische Bremsen und Hebel für das Fahrwerk)

 

Primary Flight Display (PFD) und Navigation Display (ND)

Primary Flight Display (PFD) und Navigation Display (ND)

 

Der Hebel für die Flaps (Start- und Landeklappen)

Der Hebel für die Flaps (Start- und Landeklappen)

 

Multipurpose Control & Display Unit (MCDU - die Zentrale des Flugzeugs)

Multipurpose Control & Display Unit (MCDU – die Zentrale des Flugzeugs)

 

Checkliste für den optimalen Anflug

Checkliste für den optimalen Anflug

 

Hinter den Kulissen (3 große Screens ermöglichen die Simulation)

Hinter den Kulissen (3 große Screens ermöglichen die Simulation)

 

Helikopter fliegen ist ebenfalls möglich

Helikopter fliegen ist ebenfalls möglich

 

Cockpit vom Helikopter-Simulator

Cockpit vom Helikopter-Simulator (das System fuhr gerade erst hoch)

 

Der Empfangsbereich

Der Empfangsbereich

 

Der Empfangs- und Wartebereich

Der Empfangs- und Wartebereich

 

iPILOT Hamburg Empfang

Getränke sind auch inklusive

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2 Kommentare

  1. Cooler Bericht.

    Antworten
    • Danke! War auch einfach ein schönes Erlebnis…

      Antworten

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